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BilKK - Bildungsmodule zu Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Küstenregionen

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Das Ökowerk Emden setzt seit Januar 2021 das Projekt „BilKK“ um, gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. In diesem Projekt entwickelt das Ökowerk Bildungsmodule zu Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Küstenregionen. Die deutschen Küstenregionen, zu denen auch die ostfriesische Nordseeküste gehört, sind vom Klimawandel und seinen Auswirkungen vergleichsweise stark betroffene Gebiete, die vor besonderen Herausforderungen im Hinblick auf den Küstenschutz, aber auch die Landwirtschaft und den Tourismus stehen. So haben beispielsweise der Anstieg des Meeresspiegels und das erhöhte Aufkommen von Stürmen und Sturmfluten direkte Auswirkungen auf Deichbau und -unterhalt sowie auf die Entwässerung.

Als Folge des steigenden Meeresspiegels ist das Vordringen von Salz- und Brackwasser in den Bodenuntergrund zu erwarten, welches zu starken Beeinträchtigungen sowohl bei der Versorgung mit Frischwasser als auch in der Landnutzung, insbesondere der Landwirtschaft, führt. Während ein Anstieg der durchschnittlichen Wassertemperatur das Algenwachstum verstärken kann, führen erhöhte Intensitäten und Frequenzen von Stürmen zu einer verstärkten Anschwemmung von marinem Pflanzenmaterial, so genanntem Teek, an die Küste. Die Überlagerung der Deiche mit diesem salzhaltigem Pflanzenmaterial beeinträchtigt die Grasnarbe auf dem Deich und führt langfristig zu einer starken Beeinträchtigung seiner Funktion. Aus diesem Grund werden hohe Kosten aufgewendet, um den Teek zu entfernen und zu beseitigen.

Das Projekt „Bildungsmodule zu Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Küstenregionen“ (BilKK) ist ein Vorhaben, das in die Zukunft blickt und schon jetzt im Hinblick auf küstentypische Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere auf die Bodenversalzung und die Teek-Anschwemmung, sensibilisieren und neue Wege im Umgang mit beiden Phänomenen gehen möchte. Neue Rahmenbedingungen können als Chance für eine Weiterentwicklung und regionale, klimafreundliche Wertschöpfung in Betracht gezogen werden.

Im Rahmen von BilKK werden unter dem Gesichtspunkt „Lebenslanges Lernen und Nachhaltigkeit“ Bildungsmodule für die Qualifizierung von Fachpersonal und Ehrenamtlichen zu Klimaschutz, Folgen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen in Küstenregionen entwickelt und pilothaft durchgeführt.

Schwerpunkte sind

  • der Anbau salztoleranter Pflanzen als Wertschöpfungsoption für salzige Böden. Hier werden sowohl regionaltypische „alte“ als auch neue salztolerante Nutzpflanzen ins Auge gefasst.
  • die Entwicklung von Produkten aus salztoleranten Pflanzen vor allem für den Einsatz in der Küche.
  • Die Weiterverwendung von natürlichen Abfallstoffen aus dem Meer wie Teek als Düngemittel und Bodenhilfsstoff zur Verbesserung der Bodenstruktur und zur Erhöhung der biologischen Aktivität.

Zielgruppen der Bildungsmodule sind Praktiker aus der Region: Auszubildende und Fachpersonal aus den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus sowie Ehrenamtliche, beispielsweise aus Kleingärtenvereinen und der Landwirtschaft zugeordneten Vereinigungen.

Die teilnehmenden Personen sollen für die Klimafolgen in Küstennähe sensibilisiert werden und befähigt werden, Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen und die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Wirkungsfeld zu berücksichtigen, beispielweise durch den Anbau salztoleranter Pflanzen, ihre Verwendung in der Kreation von Speisen oder Produkten von der Küste oder durch den Einsatz von Teek als Düngemittel.

Als Multiplikatoren wirken diese Akteure aus Landwirtschaft und Gastronomie insbesondere auch auf Touristen. Das Projekt kann so eine große Breitenwirkung entwickeln, zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Folgen des Klimawandels beitragen und Vorarbeit zur Klimaanpassung in Küstennähe leisten. Dabei wird der Blick sowohl auf den Schutz unserer Umwelt als auch auf das wirtschaftliche Auskommen gerichtet.

Erste Veranstaltungen im Rahmen von BilKK plant das Ökowerk für den Sommer 2021. Mehr Informationen darüber erhalten Sie zeitnah auf dieser Internetseite.

http://www.bmu.bund.de/themen/klima-energie/klimaschutz/anpassung-an-den-klimawandel/

https://www.z-u-g.org/aufgaben/foerderung-vonmassnahmen-zur-anpassung-an-die-folgen-des-klimawandels/


Förderkennzeichen:67DAS187

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